„Vertrauliche Geburt“ statt Babyklappe

Seit 2014 existiert diese Alternative bundesweit. 345 „Vertrauliche Geburten“ haben bis 2017 bereits stattgefunden.

„Vertrauliche Geburt“ heißt, die Frau bringt ihr Baby im Krankenhaus zur Welt, braucht aber ihren Namen nicht zu nennen. Eine Hilfe für alle problem-belasteten Schwangeren, die entgegen allen widrigen Umständen den Mut aufbringen, ihrem Kind das Leben zu schenken! Nach der Geburt überläßt die Frau ihr Neugeborenes zur Adoption. Nach seinem 16. Geburtstag hat das Kind das Recht, den Namen der Mutter zu erfahren.

Vor der Geburt kann die Schwangere über eine Hotline Kontakt mit einer Beraterin aufnehmen. Schweigepflicht gilt für alle Beteiligten. Die Schwangere darf ein Pseudonym annehmen und einen Namenswunsch für ihr Baby
nennen. Die Beraterin vermittelt eine Klinik und/oder Hebamme, die wiederum dem Standesamt die Geburt melden. Dort werden der Name des Neugeborenen und das Pseudonym der leiblichen Mutter hinterlegt. Die Obhut übernimmt das Jugendamt. Das Kind darf nun adoptiert werden und kann in einer Familie aufwachsen.

Jungen Müttern eine „vertrauliche Geburt“ zu ermöglichen, sollte in unserer Gesellschaft Standard sein: Eine wirkliche Alternative zu sogenannten „Baby-Klappen“, in denen die Mütter ihre neu geborenen Kinder ablegen können, aber eventuell lebenslang mit einer Ungewißheit über das „danach“ leben.
Günter Annen

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